Paderborner Grüne wählen Frank Wolters einstimmig zum Bürgermeister-Kandidaten

Grünes Wahlprogramm für die Stadt beschlossen

Frank Wolters ist einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten der Grünen gewählt. Die Mitgliederversammlung der Paderborner Grünen unterstrich eindrucksvoll den Vorschlag des Stadtvorstandes der Grünen. Auch die Grüne Jugend hatte Frank Wolters zuvor ein einstimmiges Votum zur Unterstützung mit auf den Weg gegeben.

Der ehemalige Chef der Paderborner Wirtschaftsförderung stellte in seiner überzeugenden Vorstellung heraus, was ihn antreibt und motiviert. „Mir geht es um die gerechte Stadt Paderborn. Darum, die Menschen in Paderborn auf diesem Weg einzubeziehen“. Die Zukunft für Paderborn zu gestalten, kann nur im Team gelingen und deshalb will er möglichst viele Menschen hinter den Ideen versammeln. Darum kann es nur heißen: „Wir werden Bürgermeister!“, zeigt er sich überzeugt.

Im trotz besten Wetters gut gefüllten Deelenhaus führte die Vorsitzende des Stadtverbands Catharina Scherhans durch die Wahl.  Wolters stellte sich zunächst einmal der Versammlung in einer Bewerbungsrede vor. Im Anschluss wurden Menschen aus der Versammlung auf die Bühne gebeten, um in mehreren Runden ihre Fragen an die Kandidaten zu richten. So kam auch in der lockeren Atmosphäre ein Potpourri von zentralen Themen für Paderborn auf den Tisch, u.a. Stärkung der frühkindlichen Bildung in Qualität und Verlässlichkeit, familienfreundliche Stadt, bezahlbares Wohnen, Klimaresilienz und Klimaneutralität sowie die Mobilität der Zukunft und die Unterstützung von Menschen in sozialer Notlage, Wirtschaft und Finanzen. Frank Wolters ermutigte zudem, schwierige Themen aktiv anzugehen: „Wir müssen bereit sein, dahin zu gehen, wo es weh tut.“ 

Offen sprach er von sich an, dass er Anfang November auch von der CDU zu einem Gespräch über eine Kandidatur eingeladen worden sei. Darüber hatte er auch die grüne Findungskommission unmittelbar informiert. Er kenne die Herren Sieveke und Mertens seit vielen Jahren, die ihn ja seinerzeit als Geschäftsführer der WFG in Paderborn gewählt haben.  „Mein politischer Weg orientiert sich an klaren Werten – an Zukunftsorientierung, sozialer Verantwortung, wirtschaftlicher Vernunft und einem entschlossenen Einsatz für Nachhaltigkeit. Diese Haltung finde ich bei den Grünen – und nur dort – aufrichtig und konsequent vertreten.“, lautet sein Resümee.

„Letztlich hat mich der überzeugende Wahlkampf von Robert Habeck nach dem Ende der Ampel-Koalition dazu bewogen, den Grünen beizutreten. Dass viele seiner Ansätze richtig waren, hat inzwischen auch Friedrich Merz erkannt, der jüngst eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen hat, als es um dringend notwendige Zukunftsinvestitionen ging.“

Einige Anwesende zeigten sich von der Tatsache irritiert, dass die CDU offensichtlich das Gespräch mit Frank Wolters gesucht habe, nachdem sie bereits mit Stefan-Oliver Strate, dem späteren Kandidaten der CDU im Gespräch war. „Die haben wohl nach dem Motto gehandelt: Verloben heißt sichern und weitersuchen“, staunte Ulrich Möhl. „Es gibt uns schon sehr zu denken, wenn ein CDU-Staatssekretär aus vertraulich deklarierten Gesprächen an die Presse berichtet. Wir haben mit Frank Wolters einen Kandidaten als Angebot für alle Wählerinnen und Wähler in Paderborn, für die breite demokratische Stadtgesellschaft, der Menschen und die wichtigen Themen zusammenbringt“, unterstrich die Stadtverbandsvorsitzende der Grünen Catharina Scherhans.

Der Stimmung unter den grünen Mitgliedern war dieser Schlenker nicht abträglich. „Mit Frank Wolters haben wir einfach den besten Kandidaten im Rennen“, freut sich Kira Lahme von der Grünen Jugend. „Heute ist der Aufbruch für mehr Schwung in Paderborn!“ 

Im Anschluss an die Wahl des Bürgermeisterkandidaten berieten die Grünen über das Wahlprogramm. Knapp 80 Änderungs- und Ergänzungsanträge waren von den Mitgliedern zum Entwurf eingegangen. Davon wurden fast alle vom Redaktionsteam übernommen. „Anscheinend sind wir ja die einzigen, die ein wirklich ausführliches Wahlprogramm schreiben“, meint Michael Engel aus Wewer. „Aber ich finde, es lohnt die Mühe, viele Ideen mit in eine neue Wahlperiode zu nehmen.“